Oktober 2026: Bauzinsen steigen, mehr für „Jung kauft Alt“
Bauzinsen auf dem höchsten Stand seit Ende 2023, die EZB erhöht erneut, die KfW fördert Familien großzügiger und das neue Heizungsgesetz gilt: was sich im Herbst 2026 geändert hat.
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Bauzinsen: seit März jeden Monat etwas teurer
Ein Baukredit mit 5 bis 10 Jahren Zinsbindung kostete im August im Schnitt 3,81 % effektiv. Das ist der höchste Wert seit Ende 2023; vor einem Jahr waren es 3,56 %. Seit März ist der Durchschnitt jeden Monat gestiegen.
Was das bedeutet: Für 300.000 € Kredit mit 2 % Tilgung zahlen Sie rund 1.436 € im Monat – etwa 60 € mehr als mit dem Zins von vor einem Jahr. Alle Zinsbindungen finden Sie unter Aktuelle Bauzinsen.
EZB erhöht den Leitzins zum zweiten Mal in diesem Jahr
Am 10. September hat die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte angehoben; der Einlagensatz liegt jetzt bei 2,50 %. Schon im Juni hatte sie erhöht. Grund ist die Inflation: In Deutschland lagen die Preise im September 3,3 % über dem Vorjahr.
Für Sparer heißt das: Festgeld bringt wieder mehr – für ein Jahr gab es im August im Schnitt 2,28 %. Für Käufer heißt es: Mit sinkenden Bauzinsen ist vorerst nicht zu rechnen.
„Jung kauft Alt“: mehr Kredit, weniger Sanierungspflicht
Seit dem 3. August fördert die KfW Familien, die ein älteres Haus oder eine ältere Wohnung kaufen, deutlich großzügiger (Programm 308):
- Kredit bis 140.000 € mit einem Kind, 160.000 € mit zwei, 180.000 € ab drei Kindern
- zu einem sehr niedrigen Zins (in der Beispielrechnung der KfW 0,53 % effektiv)
- statt einer Komplettsanierung genügen jetzt auch einzelne Maßnahmen wie neue Heizung, Fenster oder Dachdämmung
Voraussetzungen: mindestens ein Kind unter 18 im Haushalt, die erste eigene Immobilie in Deutschland, selbst bewohnt, und ein Haushaltseinkommen bis 90.000 € (plus 10.000 € je weiterem Kind). Details bei der KfW.
Neues Heizungsgesetz: Öl und Gas bleiben erlaubt
Seit dem 29. Juli gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz statt des alten „Heizungsgesetzes“. Die Regel, dass neue Heizungen zu 65 % mit erneuerbarer Energie laufen müssen, ist gestrichen; Gas- und Ölheizungen dürfen weiter eingebaut werden. Eine funktionierende Heizung muss niemand austauschen.
Neu ist dafür eine Stufenleiter: Ab 2029 müssen fossile Heizungen einen wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe nutzen (2029: 10 %, 2030: 15 %, 2035: 30 %, 2040: 60 %), ab 2045 alles.
Zum Ausprobieren
Die Mieten sind in einem Jahr um 2,2 % gestiegen, die Zinsen auch. Lohnt sich Kaufen trotzdem? Rechnen Sie es mit Ihren eigenen Zahlen durch: Mieten oder kaufen?
Quellen: Deutsche Bundesbank, Europäische Zentralbank, KfW, Deutscher Bundestag. Diesen Überblick gibt es auch jeden Monat per E-Mail.